Top-Rezension zu „Zimt & Zitrone“

Hallo liebe Kollegen, Leser und Rezensenten (und alle weiblichen natürlich auch) 🙂 Ich bin Leserin – logisch -, (bis jetzt „nur“ Sachbuch-)Autorin, Lektorin, Korrektorin, Texterin und Journalistin – also die ganze Palette. Danke für die Aufnahme in diese interessante Gruppe.
Ich möchte gern eine erste Rezension mit euch teilen, und zwar von einem Buch, das mich recht beeindruckt hat: „Zimt & Zitrone“ von Ambra Lo Tauro. Hier ist sie:
Das ist mir schon lange nicht mehr passiert, ein Buch zu lesen, für das ich alles stehen und liegen ließ, das ich sogar mit auf die Toilette nahm oder etwas Schnelles zu essen machte, um weiterlesen zu können. So ging es mir bei „Zimt & Zitrone“ von Ambra Lo Tauro.
Die Geschichte von Dani beginnt schon mit einem Paukenschlag: Nick Hollister, ein weltberühmter Musiker, verliebt sich unter Pseudonym auf Facebook in sie und die beiden beginnen nach einem Treffen „in natura“ eine leidenschaftliche Affäre.
Die Wendungen, die die Geschichte im Verlauf des Buches nimmt, sind einerseits außergewöhnlich und hielten mich geradezu in Atem. Andererseits war ich vom Realitätsgehalt beeindruckt. Ambra Lo Tauro gewährt den Lesern und Leserinnen nicht nur einen hautnahen Blick in einige erregend schön beschriebene Sexszenen. Sie beschreibt auch die Dreiecksliebe zwischen Dani, Nick und im weiteren Verlauf mit Nicks Freund Bo auf eine Weise, die jeder Wirklichkeitsprüfung standhält. Wie das Umfeld reagiert – ihre Kinder, die Familie, Freunde, die Presse, da Nick eine Berühmtheit ist –, kann ich durchaus als das bestätigen, was passiert, wenn man in dieser Form neue Wege geht. Man stößt auf so viel Moral und Gegenwehr, wenn man es wagt, offen unkonventionelle Beziehungskonstellationen zu leben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wovon ich spreche. Ambra Lo Tauro beschreibt das sehr wahrheitsgetreu und verbindet dadurch eine Art Märchen mit der nackten Realität. Wunder gibt es also tatsächlich…
Was mir an dem Buch am allerbesten gefallen hat, war die nicht zu erschütternde Liebe zwischen Dani, Nick und Bo, die durch wilde Stürme hindurch immer das Wichtigste bleibt und alles zusammenhält.
Die ein oder andere Verschnaufpause wäre zwar nicht schlecht, die Handlung ist recht rasant, aber Perfektion kann man von einem Debüt auch nicht erwarten, finde ich. Und beim Buchsatz der Printversion, die ich gelesen habe, hat der Verlag nicht gerade klug entschieden: enge Zeilen und keine besonders leserfreundliche Schrift. Allerdings habe ich das nach zwei Kapiteln gar nicht mehr gemerkt, weil die Geschichte so packend ist.
Dieses Buch ist wie eine wilde Fahrt auf dem Meer, man wird hin- und hergeschüttelt, aber die Schönheit der Wellen, des Himmels, der Sonne und einer faszinierenden Unterwasserwelt, die man zwischendurch zu Gesicht bekommt, lassen einen das Abenteuer genießen und bleiben unvergesslich.

Quelle: Facebook-Gruppe „Rezensionen von Lesern für und mit Autoren“, Karin Engelkamp

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