#Septemberchallenge 2018


Diesen Monat mache ich auf Facebook bei einer Challenge mit, in der Romanfiguren Fragen beantworten müssen. Dani und Nick schickten Bo vor. Hier die ersten 10 Fragen und Antworten:

1. Bitte stell Dich vor:
Herzlich willkommen! Ich freue mich, diesen Monat über ein Gespräch mit Euch zu führen. Mein Name ist Bo Heller, ich bin eine der drei Hauptfiguren der „Zimt & Zitrone“-Trilogie von Ambra Lo Tauro. Als persönliche Biografin hat sie uns über sechzehn Jahre begleitet. Sie bat mich, möglichst wenig zu verraten. Ich gebe mir Mühe, aber dann hätte sie eher mein 36jähriges Ich befragen müssen. Heute, mit 52 Jahren, glaube ich aber, wesentlich mehr erzählen zu können. Ich bin inzwischen auch deutlich offener. Mein beruflicher Hintergrund: Ich bin Journalist und schnell in den TV-Bereich gerutscht. Inzwischen arbeite ich als Moderator einer Infotainment-Show. Privat lebe ich in einer festen Beziehung und habe zwei Kinder, einen zehnjährigen Sohn und eine fünfjährige Tochter. Meine Mutter ist Schwedin, mein Vater Deutscher, aufgewachsen bin ich abwechselnd in beiden Ländern und arbeite nun auch in beiden. Wegen meiner Frau lebe ich in Süddeutschland, wobei wir gerade den Umzug nach Hamburg planen.

2. Beschreibe Dich selbst:
Ich bin 1.92 Meter groß, habe eine athletische Figur, blonde Haare und hellblaue Augen. Über die eigene Persönlichkeit zu sprechen finde ich schwierig, deshalb zitiere ich aus Liebensbekenntnissen, die mir vor einigen Jahre geschenkt wurden.
„… bist du derjenige, der mein Leben und mich besser macht, farbiger und strahlender. Du bringst Licht in jede Ecke meines Lebens … Deine Freude am Leben, deine Gelassenheit, mit der du den Stürmen begegnest, deine unerschütterliche Hingabe, die Lebenskraft, die du in dir trägst und die mich stark macht, bereichern mich, seitdem ich dir begegnet bin …“ und „…Bo, du bist der beste Mensch, den ich kenne. Neben dem, dass du unverschämt attraktiv bist, bist du klug, gelassen, fröhlich, immer da, wenn man dich braucht, du zeigst mir, wo es langgeht, wenn ich die Orientierung verliere …“
Das rückt mich natürlich in ein sehr gutes Licht, besser, als ich wirklich bin. Wo Licht ist, gibt es auch Dunkelheit. Ich selbst bin jedoch mit beiden Seiten meiner Persönlichkeit zufrieden und froh, dass sie sehr gut in meine Beziehung passen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das möglich ist.
Ich freue mich auf unser weiteres Gespräch!

3. Lieblingszitat
„Die Feder ist mächtiger als das Schwert“ von William Bulwer-Lytton. Als Journalist sehe ich mich als „Krieger des Wortes“ und einmal kam es sogar vor, dass das geschriebene Wort von mir und meinen Co-Autoren Waffengewalt auslöste. Das war eine beängstigende Erfahrung, die mich eine Weile ins Krankenhaus brachte. Trotzdem bleibe ich dabei, dass am Ende das geschriebene Wort mehr ausrichtet als Gewalt.
Auf meiner Brust trage ich eine Tätowierung von einer Feder, die mit einem Schwert gekreuzt ist. Die Feder ist obenauf. Ambra Lo Tauro fand das so toll, dass sie es mir nun sogar nachmachte und das Bild auf ihrem Arm trägt. Ich fühle mich geschmeichelt.

4. Gibt es Gerüchte über dich?
Unzählige im Laufe der Zeit, und die meisten waren berechtigt. Ich befürchte, deshalb bin ich heute auch kein Schwiegermuttertraum mehr, sondern eher ein „Enfant Terrible“. Nur einmal brachte ich die Bombe selbst zum Platzen, Die Sache konnte sich wohl keiner vorstellen.
Aber besser so, als immer etwas zu verbergen. Vor allem Nick, dessen Leben meines berührt, steht so sehr in der Öffentlichkeit, dass manche Leute sich wie Trüffelschweine benehmen auf der Suche nach Skandalen. Es fällt mir schwer, diese Menschen als Kollegen zu bezeichnen.
Außerdem: Wer immer brav und angepasst ist, läuft Gefahr, den ganzen Spaß zu verpassen, oder nicht?

5. Auf welche zwei Dinge kannst du nicht verzichten?
Auf Sport! Außerdem bin ich glücklich, heute auch in der Liebe alles zu bekommen und auszuleben, was mir gut tut. Ich konnte zwar darauf verzichten, aber so ist es eindeutig besser. Näher darf ich es hier nicht beschreiben, aber wer meine Sendung kennt, weiß Bescheid. Am allerwichtigsten ist natürlich meine ganz besondere Regenbogenfamilie, aber das ist für mich nichts, was unter den Begriff „Ding“ fällt, das sind Menschen.

6. Bist du anders als andere Menschen?
Definitiv! Der Lebensstil, den ich pflege, stößt häufig auf Unverständnis und Ablehnung. Um Toleranz dafür zu gewinnen, wie ich lebe, kämpfe ich. Letztendlich schaden wir auf unserem Weg niemandem und die meinen und mich macht es glücklich.

7. Was wissen die meisten Menschen nicht über dich?
Heute habe ich kaum noch Geheimnisse. Vor 16 Jahren beherrschten sie mein Leben. Dabei geht es vor allem darum, wen und wie ich liebe.
Die Enthüllung dieser Themen war häufig schmerzhaft, nicht nur für mich. Damals hätte ich niemals gedacht, dass wir dieses Maß an Offenheit erreichen würden. Doch im Laufe des Lebens wurde es mir immer mehr bewusst, wo ich überall eine Maske trage. Das ist mir zuwider. Und so fiel eine nach der anderen. Ich bin froh, heute mir selbst und niemandem sonst mehr etwas vorzumachen. Auch das ist eine Art von Lebensqualität.

8. Wie entspannst du dich?
Sport spielt eine große Rolle, wie ich schon mehrfach angedeutet habe. Wenn ich ehrlich bin, und schließlich will ich keine Geheimnisse mehr haben, geht die Entspannung über diesen Weg der körperlichen Ertüchtigung darüber hinaus. Aber wieder sind wir an dem Punkt, an dem ich nicht mehr sagen soll. Ich mag keine Geheimnisse haben, Ambra schon. Wenn Ihr mehr über meine ganz persönlichen Neigungen und Vorlieben wissen wollt, bei denen ich zu Ruhe komme, empfehle ich Euch, die Romane über mich zu lesen. Damit sind wir dann beide zufrieden, sie und ich.

9. Welches Wort bringt dich auf die Palme?

Früher war es „pervers“. Denn wer bestimmt, was normal ist? Ist es so etwas Abstoßendes, anders als die Masse zu sein? Inzwischen kann ich aber entspannt und selbstbewusst damit umgehen. Als mich neulich jemand fragte, ob ich nicht der Perverse aus dem Fernsehen sei, antwortete ich: „„Nein, Sie verwechseln das. Ich moderiere eine Sendung für Perverse. Schalten Sie öfter ein?“
Heute ist es eher der Satz: „Ich meine es gut“, vor allem, wenn ich dabei die Stimmer meiner Mutter vernehme, der einen roten Knopf bei mir drückt.

10. Gibt es in deinem Leben etwas, mit dem du nicht abgeschlossen hast?
In der Tat, da gibt es eine alte Wunde. In den ersten neun Jahren meines Lebens führte ich in Schweden eine Kindheit wie in Bullerbü. Dann trennten sich meine Eltern und mein Bruder und ich mussten mit meinem Vater nach Hamburg ziehen. Plötzlich war ich das Kind, das die Sprache nicht perfekt beherrschte und deshalb für dumm gehalten wurde, meine übermäßig emotionale Mutter hatte uns verlassen. Unser Vater lebte uns Gelassenheit und intellektuelle Neugier vor, Gefühle schienen keinen Platz mehr zu haben, aber meine Mutter meinte es ja immer nur gut. In der Zeit gewöhnte ich mir an, die Maske des fröhlichen Sonnenscheins zu tragen. Ich wurde von allen gemocht, fand Freunde und sie konnte sich unbeschwert weiter ihrer Selbstverwirklichung widmen. Erst in den letzten Jahren gelang es mir, mit meiner Wahl-Familie Menschen zu finden, bei denen ich so sein kann, wie ich wirklich bin.