Bo beantwortet weiter die Fragen der Challenge:

11. Wann und wo wurdest du geboren?
In Göteborg, wo meine Familie damals lebte. In den Romanen erfährt man, dass ich im April geboren bin und wie alt ich bei welchem Ergebnis war, an einer Stelle wird als Tag der Achtzehnte erwähnt. Das sollte eigentlich ausreichen. Ich weiß aber, dass Ambra heimlich mein vollständiges Geburtsdatum notiert hat. Es ist der 18. April 1974.

12. Feierst du deinen Geburtstag? Was bedeutet dieser Tag für dich?
Ich feiere generell gerne mit Familie und Freunden. Ein Geburtstag ist ein willkommener Anlass dafür, sofern es gerade in mein unregelmäßiges Leben passt. Wenn nicht, überstehe ich das Datum auch ohne große Party. Irgendjemand, der mir etwas bedeutet, ist immer da, mit dem ich den Tag zu etwas Besonderem machen kann. Es ist die Gelegenheit, bei der ich mir etwas wünschen darf. Das muss nicht unbedingt etwas Materielles sein. So wird der Tag nicht selten außergewöhnlich.
Was er mir sonst bedeutet: Ab diesem Datum muss ich bei meinem Alter eine höhere Zahl angeben.

13. Wie und wo bist du aufgewachsen?
Bis zu meinem neunten Lebensjahr hatte ich eine Bilderbuch-Kindheit in Schweden. Papa war oft abwesend, wie es viele Väter sind, vielleicht als Journalist zu Beginn seiner Karriere sogar etwas mehr. Aber Mamma war da und bot meinem Bruder Magnus und mir alles, was wir uns wünschten: Geschichten, Märchen, Ausflüge in die Natur, Skifahren in den kurzen Wintertagen mit Milch, Keksen oder Zimtschnecken in den dunklen Stunden. Im Sommer badeten wir oder fuhren Boot. Mamma ist Künstlerin und hatte damals ihr Wirken zeitlich zurückgeschraubt. Aber dann kam der Bruch: Die beiden trennten sich, Magnus und ich sollten mit unserem Vater gehen, der zurück nach Hamburg zog. Heute sehe ich es als meine zweite Heimatstadt an, damals war es das Exil. Unsere Deutschkenntnisse waren unvollkommen, alles war fremd, während mein Vater arbeitete, kümmerte sich ein Kindermädchen um uns. Fantasie und Emotionen, die eine so große Rolle gespielt hatten, waren plötzlich verschwunden. Wir waren gut versorgt, unser Vater liebte uns, aber es ging etwas verloren. Als er seine zweite Frau fand, wurde es besser, aber auf eine völlig andere Art und Weise. Dass sie mir einen Hund schenkte, machte mich wieder glücklich.

14. Warst du ein glückliches Kind?
In der Regel ja. Nur die erste Zeit in Hamburg war schwierig. Ich bin generell ein glücklicher Mensch, auch heute noch. Für mich wiegen die positiven Dinge des Lebens mehr als die negativen. Das war schon immer so.

15. Warst du gut in der Schule?
Ja. Der Landeswechsel war ein Bruch, aber auch den überstand ich und fand zu meiner alten Form zurück. Schließlich wollte ich allen Spöttern beweisen, wie schlau ich bin. Das war ein starkes Gefühl, sogar in Deutsch besser zu sein als die Hohlköpfe, die mir das Leben schwermachten. Bei manchen hilft es mehr, sportlich überlegen zu sein. Das bekam ich auch hin. Es tat mir gut, die Kontrolle zurückzubekommen. Wer in der Schule gut ist, bekommt mehr Möglichkeiten zur Selbstbestimmung. Ich habe eine schnelle Auffassungsgabe. Insbesondere das Tempo, in dem ich Informationen verarbeite, ist sehr hoch. Meine Lieben können oft nicht fassen, wie schnell und gründlich ich zum Beispiel Tageszeitungen lesen und erfassen kann.

16. Wofür bist du deinen Eltern dankbar?
Für vieles. Da wäre die glückliche Kindheit, vor allem zu Beginn. Die materielle Sicherheit, in der wir aufwuchsen. Dass die beiden auch nach der Trennung Freunde blieben und wir Bindungen zu beiden behalten konnten, ohne zwischen ihnen hin- und hergerissen zu werden. In zwei Ländern aufzuwachsen ist manchmal schmerzhaft, bietet aber auch viele Chancen. Meine Eltern passten nicht zusammen, aber für uns Kinder ergänzten sie sich wunderbar. Bei Mamma gab es Fantasie, Kreativität, Spontanität und intensive Gefühle, Papa lebte uns Ruhe, Gelassenheit und intellektuelle Aktivität vor. Es gab kaum ein Thema in den Nachrichten, das wir nicht sorgfältig ausdiskutierten. Beide Seiten machten mich zu dem, der ich bin. Von meinem Vater habe ich mehr übernommen, die Eigenschaften meiner Mutter bringen mich dazu, mich in Menschen zu verlieben.

17. Hast du viele Freunde?
Wie ist die Definition von viele, und wie die von Freund? Ich glaube schon. Die Maske, die ich für die Welt trage, sorgt dafür, dass die Menschen mich mögen. Lange gelang es mir nicht, Beziehungen zu führen, die drei Jahre überdauerten, aber das brachte mir zumindest mehrere Vertraute ein, zu denen meine Ex-Freundinnen wurden. Meine Familie und alle, die in irgendeine Weise dazugehören, sind inzwischen meine besten Freunde. In den letzten Jahren fand ich durch meinen Moderationsjob bei der Sendung „Anderliebe“ Kollegen, die zu Freunden wurden, wie ich es in der Vergangenheit nicht erlebt hatte. Und eine weitere Person fällt mir ein, die in keine dieser Schubladen gehört. Also ja, ich denke, ich habe viele Freunde.

18.Wer kennt dich am besten?
Sind das nicht immer langjährige Partner? Im Laufe von gemeinsamen Jahren erlebt man jede Seite eines Menschen irgendwann, oder nicht?
Vielleicht ist es aber auch mein Bruder Magnus. Wir verbringen zwar nicht viel gemeinsame Zeit, jedoch war er der Mensch, der in meiner Kindheit immer an meiner Seite war. Wir sind sehr unterschiedlich, verstehen uns aber auf eine Art und Weise, die mich selbst oft verblüfft. Dafür benötigen wir keine Worte. Meine Lebensweise kann er nicht nachvollziehen und gutheißen, doch ihm ist klar, dass sie für mich richtig ist und so zeigt er mir immer, dass er sie billigt. Ohne es je auszusprechen, wissen wir beide, dass wir uns … sehr viel bedeuten.

19. Wie zeigst du, dass du jemanden nett findest?
Wie jeder andere Mensch auch: Ich suche seine Nähe, verbringe Zeit mit ihm oder ihr, bin zugewandt, freundlich und aufmerksam. Also so, wie ich mich selbst sowieso am liebsten mag. Wie sonst?

20. Gibst du Menschen eine zweite Chance?
Natürlich. Wie könnte ich behaupten, viele Freunde zu haben, wenn ich nicht imstande wäre, zu verzeihen?

#Septemberchallenge 2018


Diesen Monat mache ich auf Facebook bei einer Challenge mit, in der Romanfiguren Fragen beantworten müssen. Dani und Nick schickten Bo vor. Hier die ersten 10 Fragen und Antworten:

1. Bitte stell Dich vor:
Herzlich willkommen! Ich freue mich, diesen Monat über ein Gespräch mit Euch zu führen. Mein Name ist Bo Heller, ich bin eine der drei Hauptfiguren der „Zimt & Zitrone“-Trilogie von Ambra Lo Tauro. Als persönliche Biografin hat sie uns über sechzehn Jahre begleitet. Sie bat mich, möglichst wenig zu verraten. Ich gebe mir Mühe, aber dann hätte sie eher mein 36jähriges Ich befragen müssen. Heute, mit 52 Jahren, glaube ich aber, wesentlich mehr erzählen zu können. Ich bin inzwischen auch deutlich offener. Mein beruflicher Hintergrund: Ich bin Journalist und schnell in den TV-Bereich gerutscht. Inzwischen arbeite ich als Moderator einer Infotainment-Show. Privat lebe ich in einer festen Beziehung und habe zwei Kinder, einen zehnjährigen Sohn und eine fünfjährige Tochter. Meine Mutter ist Schwedin, mein Vater Deutscher, aufgewachsen bin ich abwechselnd in beiden Ländern und arbeite nun auch in beiden. Wegen meiner Frau lebe ich in Süddeutschland, wobei wir gerade den Umzug nach Hamburg planen.

2. Beschreibe Dich selbst:
Ich bin 1.92 Meter groß, habe eine athletische Figur, blonde Haare und hellblaue Augen. Über die eigene Persönlichkeit zu sprechen finde ich schwierig, deshalb zitiere ich aus Liebensbekenntnissen, die mir vor einigen Jahre geschenkt wurden.
„… bist du derjenige, der mein Leben und mich besser macht, farbiger und strahlender. Du bringst Licht in jede Ecke meines Lebens … Deine Freude am Leben, deine Gelassenheit, mit der du den Stürmen begegnest, deine unerschütterliche Hingabe, die Lebenskraft, die du in dir trägst und die mich stark macht, bereichern mich, seitdem ich dir begegnet bin …“ und „…Bo, du bist der beste Mensch, den ich kenne. Neben dem, dass du unverschämt attraktiv bist, bist du klug, gelassen, fröhlich, immer da, wenn man dich braucht, du zeigst mir, wo es langgeht, wenn ich die Orientierung verliere …“
Das rückt mich natürlich in ein sehr gutes Licht, besser, als ich wirklich bin. Wo Licht ist, gibt es auch Dunkelheit. Ich selbst bin jedoch mit beiden Seiten meiner Persönlichkeit zufrieden und froh, dass sie sehr gut in meine Beziehung passen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das möglich ist.
Ich freue mich auf unser weiteres Gespräch!

3. Lieblingszitat
„Die Feder ist mächtiger als das Schwert“ von William Bulwer-Lytton. Als Journalist sehe ich mich als „Krieger des Wortes“ und einmal kam es sogar vor, dass das geschriebene Wort von mir und meinen Co-Autoren Waffengewalt auslöste. Das war eine beängstigende Erfahrung, die mich eine Weile ins Krankenhaus brachte. Trotzdem bleibe ich dabei, dass am Ende das geschriebene Wort mehr ausrichtet als Gewalt.
Auf meiner Brust trage ich eine Tätowierung von einer Feder, die mit einem Schwert gekreuzt ist. Die Feder ist obenauf. Ambra Lo Tauro fand das so toll, dass sie es mir nun sogar nachmachte und das Bild auf ihrem Arm trägt. Ich fühle mich geschmeichelt.

4. Gibt es Gerüchte über dich?
Unzählige im Laufe der Zeit, und die meisten waren berechtigt. Ich befürchte, deshalb bin ich heute auch kein Schwiegermuttertraum mehr, sondern eher ein „Enfant Terrible“. Nur einmal brachte ich die Bombe selbst zum Platzen, Die Sache konnte sich wohl keiner vorstellen.
Aber besser so, als immer etwas zu verbergen. Vor allem Nick, dessen Leben meines berührt, steht so sehr in der Öffentlichkeit, dass manche Leute sich wie Trüffelschweine benehmen auf der Suche nach Skandalen. Es fällt mir schwer, diese Menschen als Kollegen zu bezeichnen.
Außerdem: Wer immer brav und angepasst ist, läuft Gefahr, den ganzen Spaß zu verpassen, oder nicht?

5. Auf welche zwei Dinge kannst du nicht verzichten?
Auf Sport! Außerdem bin ich glücklich, heute auch in der Liebe alles zu bekommen und auszuleben, was mir gut tut. Ich konnte zwar darauf verzichten, aber so ist es eindeutig besser. Näher darf ich es hier nicht beschreiben, aber wer meine Sendung kennt, weiß Bescheid. Am allerwichtigsten ist natürlich meine ganz besondere Regenbogenfamilie, aber das ist für mich nichts, was unter den Begriff „Ding“ fällt, das sind Menschen.

6. Bist du anders als andere Menschen?
Definitiv! Der Lebensstil, den ich pflege, stößt häufig auf Unverständnis und Ablehnung. Um Toleranz dafür zu gewinnen, wie ich lebe, kämpfe ich. Letztendlich schaden wir auf unserem Weg niemandem und die meinen und mich macht es glücklich.

7. Was wissen die meisten Menschen nicht über dich?
Heute habe ich kaum noch Geheimnisse. Vor 16 Jahren beherrschten sie mein Leben. Dabei geht es vor allem darum, wen und wie ich liebe.
Die Enthüllung dieser Themen war häufig schmerzhaft, nicht nur für mich. Damals hätte ich niemals gedacht, dass wir dieses Maß an Offenheit erreichen würden. Doch im Laufe des Lebens wurde es mir immer mehr bewusst, wo ich überall eine Maske trage. Das ist mir zuwider. Und so fiel eine nach der anderen. Ich bin froh, heute mir selbst und niemandem sonst mehr etwas vorzumachen. Auch das ist eine Art von Lebensqualität.

8. Wie entspannst du dich?
Sport spielt eine große Rolle, wie ich schon mehrfach angedeutet habe. Wenn ich ehrlich bin, und schließlich will ich keine Geheimnisse mehr haben, geht die Entspannung über diesen Weg der körperlichen Ertüchtigung darüber hinaus. Aber wieder sind wir an dem Punkt, an dem ich nicht mehr sagen soll. Ich mag keine Geheimnisse haben, Ambra schon. Wenn Ihr mehr über meine ganz persönlichen Neigungen und Vorlieben wissen wollt, bei denen ich zu Ruhe komme, empfehle ich Euch, die Romane über mich zu lesen. Damit sind wir dann beide zufrieden, sie und ich.

9. Welches Wort bringt dich auf die Palme?

Früher war es „pervers“. Denn wer bestimmt, was normal ist? Ist es so etwas Abstoßendes, anders als die Masse zu sein? Inzwischen kann ich aber entspannt und selbstbewusst damit umgehen. Als mich neulich jemand fragte, ob ich nicht der Perverse aus dem Fernsehen sei, antwortete ich: „„Nein, Sie verwechseln das. Ich moderiere eine Sendung für Perverse. Schalten Sie öfter ein?“
Heute ist es eher der Satz: „Ich meine es gut“, vor allem, wenn ich dabei die Stimmer meiner Mutter vernehme, der einen roten Knopf bei mir drückt.

10. Gibt es in deinem Leben etwas, mit dem du nicht abgeschlossen hast?
In der Tat, da gibt es eine alte Wunde. In den ersten neun Jahren meines Lebens führte ich in Schweden eine Kindheit wie in Bullerbü. Dann trennten sich meine Eltern und mein Bruder und ich mussten mit meinem Vater nach Hamburg ziehen. Plötzlich war ich das Kind, das die Sprache nicht perfekt beherrschte und deshalb für dumm gehalten wurde, meine übermäßig emotionale Mutter hatte uns verlassen. Unser Vater lebte uns Gelassenheit und intellektuelle Neugier vor, Gefühle schienen keinen Platz mehr zu haben, aber meine Mutter meinte es ja immer nur gut. In der Zeit gewöhnte ich mir an, die Maske des fröhlichen Sonnenscheins zu tragen. Ich wurde von allen gemocht, fand Freunde und sie konnte sich unbeschwert weiter ihrer Selbstverwirklichung widmen. Erst in den letzten Jahren gelang es mir, mit meiner Wahl-Familie Menschen zu finden, bei denen ich so sein kann, wie ich wirklich bin.

Heute im Autoren-Hilfeforum auf Facebook


… und natürlich auch gerne hier für Euch:

Erotik Event – Autorin Nr. 1
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Ambra Lo Tauro
1) Stell dich einmal vor, wer bist du, woher kommst du, wie lebt es sich als Autor von erotischen prickelnden Geschichten bzw. Sex-Abenteuern?
Hallo und herzlich willkommen. Ich nenne mich Ambra, bin beim Blick auf mein Geburtsdatum Anfang der 1970er jedes Mal verwundert, komme aus Süddeutschland und habe deutsch-italienische Wurzeln. Erotische Geschichten zu schreiben fühlt sich verwegen an, denn ich bin gerne ab und zu ein bisschen schamlos, vor allem, da man mir das wahrscheinlich wenig zutraut. Seitdem ich in dem Bereich unterwegs bin, ist mein Leben definitiv interessanter geworden.
2) Wie bist du auf dieses Genre aufmerksam geworden? (War es schon immer dein Wunsch? Wolltest du dich mal ausprobieren, ist es Zufall oder folgst du einer heimlichen Passion?)
Vor etwa drei Jahren fielen mir im Supermarkt die vielen Erotikromane auf, die zwischen Backzeitschriften und Erdnüssen verkauft wurden. Als einer dabei war, dessen Geschichte in ein Thema verpackt war, das mich interessierte, griff ich beim Warten zu und stellte fest, das ist bequeme „Limo-Literatur“: Süffig, man hat Spaß, während man sie in sich schüttet, Nährwerte, hier die geistigen, nimmt man allerdings keine auf. Ich meine das nicht abfällig! Ab und zu hat man einfach Lust darauf. Davor dachte ich immer, Sex hat man, darüber liest und schreibt man nicht. In meiner Midlife-Crisis, oder wie auch immer man den Zeitpunkt nennen will, an dem man sich fragt, welches Lebensziel einem eigentlich noch wichtig ist, war klar, ich muss wieder zu schreiben beginnen. James N. Frey sagt in seinem Ratgeber, die Figuren eines Romans sollten von allem mehr haben, unter anderem von Sex. Die Geschichte, die ich im Kopf hatte und schrieb, hat ganz eindeutig sexuelle Motivatoren, aber der erste Text kam mir sehr brav vor. Also kniete ich mich in die Materie, bildete mich sozusagen weiter. Am Ende hatte ich eine Erotik-Trilogie geschrieben und ein wesentlich interessanteres Leben als zuvor.
3) Wer weiß von dir, dass du schreibst (Familie, Freunde, Bekannte, etc.)? Wie finden die das so? Unterstützen die dich? Lesen sie deine Geschichten/Bücher/Werke?
Alle wissen, dass und was ich schreibe, auch meine Kinder. Die sind mächtig stolz auf mich, obwohl ihnen das Thema manchmal peinlich ist. Ansonsten sind die Reaktionen zu verschieden, um sie in einem Satz zusammenzufassen. Sie reichen von: „Willst du, dass die Leute so von dir denken?“, bis zu: „Ich bewundere dich.“ Nennen wir sie einfach vielfältig, und ebenso unterschiedlich ist das Ausmaß der Unterstützung.
4) Wenn du deine Geschichten schreibst, versetzt du dich dann in die Lage der Prota-/Antagonisten oder schreibst du aus Sicht des Erzählers?
Ich schreibe aus der Perspektive einer der Protagonisten, die auch mal wechselt. Derzeit übe ich mich in der Ich-Perspektive, meine erste Wahl war der personale Erzähler. Wichtig ist mir das, weil ich mich tief in die jeweiligen Charaktere hineinversetzen möchte, die ganze Gefühls- und Gedankenwelt erfassen will, und da passen diese Erzählweisen am besten.
5) Kann man dich und deine Werke irgendwo lesen? Hältst du gar Lesungen? Wenn ja, wo und wie waren bisher deine Erfahrungen diesbezüglich? (Wie laufen deine Lesungen so ab? Welche Altersgruppe gehört dein Publikum an?)
Meine Erotik Trilogie „Zimt & Zitrone“ kann über Amazon als Taschenbuch bestellt werden, in der Kindle Version: Zimt & Zitrone und ansonsten bei den meisten E-Book-Anbietern. Bisher habe ich erst eine öffentliche Lesung gehalten. Ich habe noch nicht herausgefunden, wo ich am besten aus diesem Genre lese. In meinem Freundeskreis habe ich einmal eine private Lesung gehalten, auf Wunsch mit erotischen Szenen, und eine Zuhörerin kicherte ständig aus Verlegenheit. Das empfand ich nicht unbedingt als stimmungsfördernd. Die Altersgruppe? Weil genug Geschichten über hippe Twens zu finden waren, schrieb ich als Kontrast von Protagonisten in ihren Vierzigern, mit allem, was sich in einem Leben bis dahin so ansammelt. Meine ursprüngliche Zielgruppe war zwischen 25 und 50 Jahren. Als meine 20-jährige Nichte den ersten Roman testweise vorab las, meinte sie, ich solle die Altersspanne herabsetzen auf ab 20. Also kann ich mir eine breite Altersgruppe grundsätzlich vorstellen.
6) Hast du schon mal was total Verrücktes gemacht? Bist wobei erwischt worden, hast es vielleicht sogar genossen, weil du den Kick, den Thrill dabei liebst, etwas Verbotenes zu tun?
Wer hat das nicht? Ich lasse den Lesern gerne ihre Fantasie. Eine Sache war ziemlich verrückt, aber unabsichtlich, als ich, ohne es bewusst wahrzunehmen, auf der Betriebsversammlung im Brotjob in einem Saal mit 300 Leuten den Reißverschluss an meinem Kleid öffnete und einen Einblick auf die Unterwäsche gewährte. Wie gut, dass Erotik-Romane zu schreiben die Schamgrenze verschiebt. So sehr gelacht habe ich in der Firma selten.
7) Gibt es einen oder mehrere Autoren aus deinem Genre, die du selbst gerne liest, denen du nacheiferst, weil sie das gewisse Etwas haben? Oder folgst du deinem eigenen Stern?
Ich bewundere verschiedene Schriftsteller, aber um ehrlich zu sein, überwiegend in anderen Genres. Am häufigsten begeistern mich unter den Erotik-Autoren die aus der Gay-Szene, da habe ich hin und wieder schon Großartiges gelesen. Ansonsten will ich Erotik für diejenigen bieten, die ein Buch noch eine Weile nachwirken lassen wollen und Gedankenanstöße suchen. Dafür ist es notwendig, sich auch außerhalb des Genres Inspiration zu holen.
8) Was schreibst du noch? Findet man dich in weiteren Genres oder ist der Erotikbereich für dich fesselnd und ausfüllend genug, dass du nur hier verortet bist?
Nach drei erotischen Romanen will ich auch anderes schreiben. In meiner Schublade wartet ein literarisches Roadmovie, ich arbeite an einer Romance-Story, darüber hinaus habe ich die Entwicklungsgeschichte einer Beziehung über vierzig Jahre konzipiert und ein paar Kapitel geschrieben. Keines dieser Projekte fällt unter Erotik, aber in allen werden vereinzelt, mal mehr, mal weniger explizite Szenen vorkommen. Weil ich das jetzt kann und Spaß daran habe.
9) Schreibst du unter deinem realen Namen oder unter Pseudonym? (z.B. als Mann oder Frau)
Unter einem offenen Pseudonym.
10) Hast du eine Facebookseite/Internetseite, über die man dir und deinem Wirken folgen kann? Welche Informationen gibst du dort z.B. preis?
www.lotauro.de – come in and find … Ihr wisst schon was. Auf meinem Instagram-Account ambralotauro gibt es auch noch manches zu entdecken, teilweise privat.
11) Welches Ziel/welche Ziele hast du dir als nächstes gesteckt? Als AutorIn und oder privat?
Weiterschreiben, glücklich sein. Derzeit nehme ich an einem Wettbewerb teil, ein Gewinn dort wäre fantastisch. Das ist aber eher ein Wunsch als ein Ziel, denn eingereicht ist der Beitrag bereits.
12) Was würdest du sagen, ist so typisch Erotik Autor? Man liest immer mal wieder, dass es eine eingeschworene Gemeinschaft gibt. Siehst du das auch so?
Schwierig. Ich habe zwar auch Kontakt zu Erotik-Autoren, aber nur unter anderem. Jeder Mensch, jeder Autor ist unterschiedlich, egal, in welchem Genre er oder sie schreibt. Am ehesten glaube ich, dass es in der Erotikszene entspannt und locker zugeht. Ist das nun Persönlichkeit oder Image, ketzerisch gefragt?
13) Woher stammen deine Ideen für die Werke, die du verfasst? Aus Filmen, Erzählungen, Büchern, selbst erlebt oder Fantasien, oder oder?
Dort gibt es überall Steine, die die Geschichten anstoßen und im Rollen halten, vor allem aber bietet der Kontakt mit realen Menschen Inspiration. Ich bin überrascht, welch großen Einblick einem die Leute gewähren, wenn man ihnen erzählt, dass man schreibt.
14) Was unterscheidet deine Werke von den anderen?
Die Protagonisten sind zwischen 36 und 49 Jahre alt, die Hauptperson ist eine geschiedene, alleinerziehende, pummelige Schwäbin. Ich wollte über eine Frau schreiben, wie ich sie aus meinem Alltag kenne, nicht eine hippe Amerikanerin in ihren Zwanzigern. Das fehlte mir in der „Limo-Literatur“. Warum sollen die spannenden Geschichten denn immer nur diejenigen erleben, die außerhalb unserer Lebenswirklichkeit stehen? Und: Erotik endet nicht mit dem dreißigsten Geburtstag oder dem ersten Kind.
15) Gibt es etwas, dass man in allen deinen Werken finden kann?
Oh je, jetzt kommt ein verpöntes Wort: „Multikulti“. Was dahinter steckt: Ich entstamme einer binationalen Ehe, habe Freunde aus der halben Welt. Ich stehe schon immer zwischen verschiedenen Kulturen und genieße es. Irgendwann bemerkte ich, dass sich das auch in meinen Romanen wiederfindet. Das macht für mich einen Teil des Reizes der Geschichten aus. Wobei in „Zimt & Zitrone“ quasi alle aus dem westeuropäischen Kulturkreis stammen, von daher sind die Unterschiede nicht extrem.

Ich freue mich so!

Gestern wurde von Karin Engelkamp in einer Facebookgruppe eine Rezension veröffentlicht, die mich mega-stolz macht. Ein kleiner Auszug:

“ …
Das ist mir schon lange nicht mehr passiert, ein Buch zu lesen, für das ich alles stehen und liegen ließ, das ich sogar mit auf die Toilette nahm oder etwas Schnelles zu essen machte, um weiterlesen zu können. So ging es mir bei „Zimt & Zitrone“ von Ambra Lo Tauro.
Die Geschichte von Dani beginnt schon mit einem Paukenschlag: Nick Hollister, ein weltberühmter Musiker, verliebt sich unter Pseudonym auf Facebook in sie und die beiden beginnen nach einem Treffen „in natura“ eine leidenschaftliche Affäre.
Die Wendungen, die die Geschichte im Verlauf des Buches nimmt, sind einerseits außergewöhnlich und hielten mich geradezu in Atem. Andererseits war ich vom Realitätsgehalt beeindruckt.
…“

Die ganze Rezension findet Ihr hier:
Top-Rezension

Gerüchte um Bo


„Bo Heller, da klingelt was bei mir. Das ist dieser absolute Strahlemann, der mal eine Quizshow moderierte. Aber noch bekannter war er am Ende für sein Beziehungschaos. Das war ein Freund von so einem Musiker, der eine offene Beziehung mit seiner Frau führte. Mit der war Bo eine Zeit lang zusammen, dann heiratete er eine andere, bekam ein Kind, ließ sich wieder scheiden, und am Ende war er mit beiden zusammen, dem Musiker und seiner Frau, unfassbar. Die schrieben sogar ein Buch darüber, aber ich glaube, es nahm kein gutes Ende. Und der soll eine neue Fernseh-Show bekommen, die so richtig zu ihm passt? Na, da bin ich ja mal gespannt! Ist der nicht zu als für so etwas? Muss man über den noch irgendetwas wissen?“
Jetzt auf Amazon, das Finale einer außergewöhnlichen Geschichte: Zimt & Zitrone – Regenbogen
Bestellen

Noch immer reden die Leute


„Nick Hollister, das ist doch ein Musiker, der mal echt erfolgreich war? Mit dieser Schnulzenmusik, die ein bisschen an Folkmusik erinnert. Mir ist es ein bisschen peinlich zuzugeben, dass ich sie mag. Gab es um den nicht mal einen Skandal? Erst war er so ein typischer Musiker, der nichts anbrennen ließ, dann heiratete er eine absolut gewöhnliche Frau und zog mit ihr in die Provinz. Die machten auf glückliche Familie mit Kindern, aber er vernaschte weiter jede Frau, die er kriegen konnte. Irgendwann war es selbst ihr zu viel und sie fing was mit seinem Kumpel an, diesem sexy Fernseh-Moderator aus Schweden. Am Ende kam heraus, von dem konnte Nick seine Finger auch nicht lassen, der stand nämlich auch auf Männer. Keine Ahnung, was aus denen geworden ist …“

Diesen Sommer: Zimt & Zitrone – Regenbogen

Was die Leute so reden


„Der Name Dani Fontana soll mir was sagen? Ist die mit Vicky Fontana verwandt, der Sängerin dieser Newcomer-Band? Ihre Mutter, ach so … dann ist das die Frau von Nick Hollister! Du weißt schon, der hatte mal ein paar Hits, die heute noch gespielt werden. Jetzt weiß ich wieder! Das ist die, bei der sich alle gefragt haben, wie diese gewöhnliche Frau einen Plattenmillionär rumkriegt. Er ist mit ihr in irgendeinen Ort in Süddeutschland gezogen und sie hatten Kinder, ihre oder seine oder von beiden, ich weiß nicht mehr genau. Eines davon war eben die Vicky. Na ja, seine Finger konnte er trotzdem nicht von den Groupies lassen. Und die Dani fing dann was mit diesem Schnuckel aus dem Fernsehen an, der mal diese Quizshow hatte, Bo Heller. Echt, ich habe keine Ahnung, was der auch noch an ihr gefunden hat … Nein, ich weiß es wieder, das war ganz anders! Am Ende kam heraus, die Männer waren schwul und hatten was miteinander. Die Frau war nur ihr Alibi und hat sich um die Kinder gekümmert. Wahrscheinlich bekam sie einen Haufen Kohle dafür, diese Farce aufzuführen. Das ist auch eine Methode, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Wieso fragst du? Sag nicht, es gibt etwas Neues von ihr! Was soll es da noch zu erzählen geben?“

Diesen Sommer: Zimt & Zitrone – Regenbogen

Hilfe, ein Monster!

Die Europäische Datenschutz-Grundverordnung bringt so einiges durcheinander, nicht nur in meinem Brotberuf, sondern auch im Autorendasein. Zumindest macht der Wirbel drumherum den Eindruck. Als wäre tatsächlich ein Untier auf dem Weg, das darauf lauert, arglose Autoren zu fressen. Aber wer weiß …

Um ganz sicher zu sein, dass kein Stolperstein liegen bleibt, haben mein hochgeschätzter Admin und ich uns entschlossen, das Forum hier auf meiner Seite zu löschen. Es wurde ohnehin kaum verwendet. Mein Wunsch, mit meinen Lesern in Kontakt zu bleiben, mich mit Euch auszutauschen, besteht nach wie vor. Deshalb lade ich Euch ein, andere Wege zu nutzen: Schreibt mir eine direkte Nachricht an ambra@lotauro.de oder besucht mich auf Facebook, wenn Ihr dieses Medium nutzt. Ich bin hier. Forum hin oder her, Ihr seid willkommen.

Liebste Grüße, Eure Ambra

Bild: pixabay

Feder und Schwert

Was haltet Ihr von diesem Zitat? Es kennt wahrscheinlich fast jeder, und die meisten finden es kraftvoll. Zu meiner Figur Bo passt es wunderbar, einem Journalisten, der für seine Freiheit eintritt. Weil er auf Tattoos steht, trägt er dieses auf der Brust. Meine Facebook-Freundin Cindy Sonnen setzte es in eine Zeichnung um, die ich sehr ausdrucksvoll finde.

Sollte ich je ein Tattoo wollen, wäre es dieses.